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Idee und Planung

Von Anfang an war klar: In unseren Garten muss irgendwann Wasser. Als im Jahr 2011 beide Kinder zuverlässig schwimmen konnten, stand der konkreteren Planung nichts mehr im Wege. Eine der ersten Ideen war ein im Erdreich versenkter Pool, den wir zur Reinigung des Wassers mit einem Teich verbinden wollten. Wenn man das allerdings näher betrachtet, macht es (auch unter finanziellem Aspekt!) keinen Sinn.

Schwimmteiche kann man sich von GaLaBauern komplett anfertigen lassen. Das sind dann aber häufig quaderförmige Bodenvertiefungen, die z.T. sogar gefliest werden - nur der bepflanzte Filterbereich erinnert dann noch an einen Tech. Das war es also auch nicht, was wir uns vorstellten. Vielmehr sollte die ganze Anlage einen möglichst naturnahes Aussehen erhalten. Schließlich sind wir bei unserer Recherche auf die Firma Naturagart gestoßen, die sich auf das Anlegen u.a. von Schwimmteichen spezialisiert hat.

Im Frühjahr 2011 begannen die ersten Ideen in unseren Köpfen zu reifen. Nachdem wir in Ibbenbüren bei Naturagart mit einem Berater gesprochen und ihm die Situation bei uns im Garten geschildert hatten, bekamen wir erste grobe Entwürfe für ein Schwimmteichsystem, die sich nach und nach verfeinerten. Im Juli 2011 war es dann soweit: Der Plan stand und der Bagger rückte an, um die Baugrube auszuheben.

Der "Rohbau"

Das Ausheben der Baugrube dauert mit einem Bagger - eine anständige Zufahrt für das Fahrzeug, das den Aushub abtransportiert - einen Arbeitstag.

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Da der Bagger, den wir uns geliehen hatten, zunächst mit einem Riss des Keilriemens und später mit einem Riss des Gaszuges zweimal ausfiel, dauerte es dann doch bis in die späten Abendstunden, bis die Baugrube soweit vorbereitet war, wie es mit dem Bagger überhaupt möglich ist. Wie man aber hier schon sieht, ist es unbedingt notwendig, sich vor dem Beginn einen vernünftigen Plan über die spätere Profilierung zu überlegen, denn: was weg ist, ist weg...

Nun darf man aber nicht glauben, dass ein solches Loch ohne Einsatz diverser "Handbagger" (sprich: Schaufeln) auszuheben und zu modellieren sei. Entsprechend fertig waren wir am Ende des ersten Arbeitstages - 16. Juli 2011.

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Der Uferwall

Den Kern des Uferwalls haben wir mit Pflastersteinen gebaut, die in einem Betonbett liegen (21. Juli 2011):

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Die Baugrube ist dringend mit einer Schutzfolie auszukleiden, ansonsten kann ein einziger Regenschauer alle Modelleriungsarbeit innerhalb kürzester Zeit zerstören.

22. Juli 2011:

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23. Juli 2011: Der Kern des Uferwalls ist fast fertig, aber es sind noch diverse Schubkarren Erdreich abzutragen sowie Niveauunterschiede auszugleichen. Handarbeit ist angesagt... :)

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25. Juli 2011: Der Kern des Uferwalls ist fertig. Ebenso sind die letzten Schaufeln Sand aus der Grube gehoben.

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Sieht gut aus und ist funktional: Ein Steg

28. Juli 2011: Wir haben uns entschlossen, über die gesamte Länge des Walls, der den Schwimmbereich vom Filtergraben trennt, einen Steg zu bauen. Dieser wird den Eindruck unterstützen, dass es sich bei dem Teich um eine einzige Wasserfläche handelt.

Für den Steg setzen wir Fundamente in KG-Rohr. Und natürlich muss auch unter dem Steg der Uferwall weitergeführt werden.

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Problem: "Karnickelsand"

Nach unserem Urlaub sind die Tragbalken für den Steg eingetroffen. Der Beton ist inzwischen voll durchgehörtet, so dass einem ersten Anpassen am 19. August 2011 nichts im Wege steht:

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Auf diesem Bild ist leider auch eines unserer Hauptprobleme zu sehen: Der Sand, der sich auf unserem Grundstück befindet, enthält überhaupt keine Lehmanteile. Das bedeutet, dass jede noch so schön herausgearbeitete Kontur innerhalb weniger Minuten austrocknet und zu reinstem Pulversand zerfällt. Wir kommen also nicht drum herum, innerhalb der nächsten Wochen eine dünne Betonschicht auf die Stufen aufzubringen, wenn wir nicht Gefahr laufen wollen, dass die Terrassenstruktur des Teiches innerhalb weniger Tage komplett kaputt sein soll. Am 3. Oktober sind diese Arbeiten endlich abgeschlossen:

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Aus einem Loch wird ein Teich: Die Folie kommt!

Am 23. Oktober 2011 legen wir vormittags mit Hilfe von Freunden und Arbeitskollegen die Folie in den Teich, in den vorangegangenen Tagen haben wir darunter eine schützende Schicht aus Vlies gelegt. Damit die Folie sich gut legt, lassen wir direkt nach dem Verlegen Wasser ein. Bei einem Zulauf von gut 4000 Litern pro Stunde dauert das Befüllen über einen Tag - es scheint doch ein großer Teich zu sein... :)

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Am 03. November 2011 ist einer der letzten schönen Herbsttage. Der Steg ist inzwischen so weit fertig, dass man ihn begehen kann. Ob sich schon etwas fischen lässt? :) :) :)

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Was macht man mit einem Schwimmteich im Winter?

Am 11. Dezember 2011 ist morgens eine dünne Eisschicht auf dem Teich, die...

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... Anfang Januar 2012 tragfähig ist. Schlittschuhfahren ist angesagt! :)

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Endspurt: Die Folie wird gepanzert

Nach einem langen, harten Winter, den die Folie schadlos überstanden hat, nehmen wir die nächsten Arbeitsschritte in Angriff: Zunächst kleiden wir den Bereich um den noch offenen Durchbruch zwischen Schwimmteich und Filtergraben (wie später auch den gesamten Rest der Teichanlage) mit Verbundmatte aus und errichten den Wall zwischen Schwimm- und Filterbereich. Ein KG-Rohr verbindet den Filtergraben mit dem dahinterliegenden Saugsammler. (28. März 2012)

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Wenige Tage später ist der Filtergraben bereits komplett mit Verbundmatte ausgekleidet (03.04.2012):

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Am 21. April 2012 ist die Verbundmatte im Filtergraben bereits mit der abschließenden Betonschicht verputzt und auch im Schwimmbereich ist der erste Putz bereits aufgebracht. Die KG-Rohre am Boden des Teiches schützen die Saugfilter vor Betonspritzern. Auf diesem Bild kann man auch erahnen, was unser zweites großes Problem war: Über den Winter ist der Grundwasserspiegel gestiegen, so dass sich unter der Folie Wasser sammelte. Zunächst schien es so, als könnten wir den Boden des Schwimmteichs erst im kommenden Sommer betonieren, aber zum Glück setzte recht trockenes Wetter ein, so dass das Wasser zügig verschwand. Später fühlte es sich zwar noch einige Mal so an, als sei Wasser unter der Folie, dies stand jedoch "nur" zwischen Verbundmatte und Folie und ließ sich relativ leicht abpumpen.

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Den Filtergraben haben wir an zwei Arbeitstagen verputzt, für den Schwimmteich haben wir insgesamt sechs Arbeitstage angesetzt. Hier sieht man den Stand am vierten dieser sechs Tage (30. April 2012):

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Am 2. Mai 2012 ist es so warm, dass wir in den Filtergraben Wasser einlassen können. Für die Kinder schon ein erster Vorgeschmack, was sie bald erwartet... Da der Saugsammler auf der Schwimmteichseite nicht komplett wasserdicht ist, haben wir einen 90°-Bogen und ein längeres KG-Rohr eingesteckt, damit das Wasser nicht vom Filtergraben in den noch nicht fertigen Schwimmbereich laufen kann.

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Nach mehrmaligem Spülen des Filtergrabens ist festzustellen, dass sich der pH-Wert des Wassers nicht mehr großartig ändert und sich in einem akzeptablen Bereich befindet. Also ist es Zeit, den lehmigen (!!!) Sand einzubringen, auf dem später die Pflanzen wachsen sollen.

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Am 13. Mai 2012 schließen wir die Arbeit mit dem Verputzen ab: Auf dem nächsten Bild sieht man, wie die erste Schicht eingearbeitet wird, ...

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... auf die dann die zweite Schicht aufgebracht und sauber verputzt wird.

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Fertig!

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Und nun: Wasser marsch!

Auch den Schwimmbereich haben wir mehrfach gespült, bis sich der pH-Wert nicht mehr ändert und der größte Teil des Kalks aus dem Beton ausgewachen ist. Am 17. Mai beginnen wir mit dem Einlassen des Wassers.

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